Pferde gehoerten schon immer zu meinem Leben!

 

Anfangs traeumte ich wie alle Maedchen von Pferden, egal welche Rasse, Groesse oder Farbe, Hauptsache ein Pferd oder Pony! Mein geringes Taschengeld setze ich immer in Pferdezeitungen und Pferdebuecher um. Also wusste ich schon sehr frueh alles Nötige über Pferde. Nur hatte ich keinen Kontakt zu Pferden, ausser sehnsuechtig an fremden Weiden stehen und den Pferden zusehen. Alljaehrlich war ich treuer Besucher beim Ponyreiten auf dem Rummel (Kirmis) in Tuebingen. Ich war immer da, wenn es meine Zeit neben der Schule erlaubte. Ich half beim Misten und Putzen der Pferde, nachher auch beim Satteln. Dafuer durfte ich stolz mal ein paar Runden auf den Pferden und Ponys drehen, wenn nicht so viel zahlende Reiter da waren. Seit dieser Zeit galt meine Liebe zu der Rasse "Norweger" oder auch Fjordpferd genannt. Sonst war ich nie auf Pferden gesessen. Fuer Reitunterricht hatten meine Eltern kein Geld. Aber ich hatte ja mein Rummel und meine Buecher. In der Theorie konnte ich auch schon reiten und wusste alles ueber Pferde, was wichtig gewesen waere ein eigenes Pferd zu halten.

Die Zeit verging und ich hatte meinen Schulabschluss gemacht. Zu meiner groessten Freude bekam ich von meinen Eltern 4 Wochen Reiturlaub in der Lueneburger Heide geschenkt! Was besseres hatte ich noch nie gekommen. Doch konnte ich die Freude erst nicht so geniessen, da genau in der Woche in der es los gehen sollte, mein Vater an Krebs verstarb. Aber es wurde beschlossen, dass ich den Urlaub doch antreten sollte und dies war auch die richtige Ablenkung fuer mich.

In der ersten Woche war ich noch ganz alleine da oben in der Heide, da ich als Schulabgaenger ja frueher frei hatte. Es war super da oben - 50 Pferde und Ponys in jeder Groesse... und alle "Meine"....fuer eine Woche. Anfangs durfte ich sogar helfen, als ein 3j. Lipizzanerhengst gelegt (kastriert) wurde. Vor- und nachmittags bekam ich Unterricht. Mit Sattel, ohne Sattel, Shetty, Islaender oder Norweger... Mir war alles recht! Es ging sogar in der ersten Woche ueber kleine Cavalettis (kleine Spruenge). Ich lernte schnell, da ich ja wusste was zu machen ist. Nur hatte ich noch nicht viel darueber gelesen, was man macht, wenn ein Pony buckelt... Also versuchen sich in der Maehne festzuhalten und da der Kopf und Hals des Pferdes nach unten beim Buckeln geht, geht mein Schwerpunkt auch nach vorne - und ab geht es ueber den Hals auf den Boden. Naja, das richtige Fallen habe ich in den vier Wochen auch gelernt. Denn ich fiel oefters mal in den Dreck. Aber egal - einfach wieder aufsteigen und weiter.

Nachher waren viele andere Maedchen und wenige Jungs dabei. Wir hatten riesigen Spass! Bald ging es auch ins Gelaende - und das in der Heide war traumhaft - und die Ausritte wurden immer laenger. Wir ritten bei jedem Wetter! Die Kroenung war ein Tagesritt an die Elbe mit Grillen dort. Hin war es echt toll - mit einem grossen Lipizzaner und Sattel hingeritten.... schön gegrillt und Pause gemacht (natuerlich nur der Pferde wegen)....
und auf dem Rueckweg wurden die Pferde getauscht. Ratet mal was ich hatte? Ein kleinen Shetty ohne Sattel! Die waren ja auch ganz nett, aber den ganzen Weg zurueck... und bald stellte sich auch der Regen ein... (hatte ich schon gesagt, dass ich keine Reithose hatte? und die Beine mit der dicken Innennaht der Jeans die ganze Zeit hin und her schubberten..) Nun - ich war zum  Glueck nicht die Einzigste mit Jeans - wir bejammerten uns dann gegenseitig wegen unseren wundgescheuerten Oberschenkel.
Aber das war alles nicht so schlimm - Hauptsache wir konnten reiten oder nur die Pferde putzen, streicheln oder beim Weiden zusehen.
Das war mein bester Urlaub und der einzigste Reitunterricht, den ich bekommen hatte.


Nach der Berufsfachschule und meiner Ausbildung war ich erst ein paar Monate arbeitslos. Aber ich hatte 3 Jahre in einen Bausparvertrag eingezahlt... Bauen - nein... kannte ich doch durch eine Freundin einen Islandpferdezuechter.... und meine Freundin kaufte sich gerade eine junge Stute dort. Ich hatte den Fuehrerschein und ein Auto, also war ich immer gerne der Chauffeur. Auf der Weide standen noch viele andere Jungstuten... und meine Freundin "ueberredete" mich irgendwie auch eine Jungstute zu kaufen. Hmm, kein Geld ueber.... Also Bausparvertrag auszahlen lassen und Pferd bringen lassen. Sie war 4 Jahre alt und ich konnte ihr noch einen Namen geben. Sie wurde Hrefna genannt. Einreiten..... zum Bereiter war es zu teuer.. egal - machen wir selber. Fuer den Hausgebrauch langte es auch.
So kam ich zu meinem ERSTEN Islaender! Wuerde ich auch immer nochmal machen!

Zuletzt hatte ich mir eine Islandstute gekauft, die ich schon seit ihrer Geburt kannte und sogar beim Namen aussuchen geholfen habe. Hryna kaufte ich als sie fast 2 Jahre alt war. Sie war sehr hübsch und hatte eine seltene Farbe. Sie war graufalb-windfarben. Das ist genetisch das Windfarbgen (Z) auf einem Graufalben. Dadurch wird das Langhaar weiss und das Deckhaar ist aufgehellt. Der Aalstrich hatte ein haselnussbraun. Und die Beine hatten braune Wildstreifen. Die Farbe ist auch sehr variabel im Lauf des Jahres. Im Winter eher beige und im Sommer mehr grau und viele Apfelflecken (dapples).
Hryna wurde 3j. auf einer Stutenschau vorgestellt und im Hauptstutbuch im Westfaelischen Pferdestammbuch eingetragen. Dann kam sie zum Hengst und danach ging es zur Elitestutenschau nach Handorf. Dort wurde sie auch Staatspraemienstute. Das hiess aber auch, dass Hryna bis zum 7. Jahr zwei Fohlen auf einer Fohlenschau zeigen musste. Also musste sie zwei Fohlen nacheinander haben.